Co-Abhängigkeit

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Co-Abhängigkeit

bezeichnet die unbewusste und unbedingte Bezogenheit auf andere Menschen.

In der Sprache von C.G. Jung auch „projektive Unterwerfung“ („projective submission“ / false surrender) und im Alltagssprachgebrauch auch bekannt als „vorauseilender“ bzw. „Kadavergehorsam“.

Ursprünglich ein kindliches und hier durchaus sinnvolles Abhängigkeitsverhalten, das der eigenen Existenzsicherung dient bzw. die materielle und emotionale Versorgung sicherstellen soll. Dies eine Notwendigkeit insbesondere dann, wenn die Mutter-Kind Beziehung – aus welchen Gründen auch immer – nicht auf bedingungsloser Liebe basieren konnte.

Bei einer natürlichen, optimalen Persönlichkeitsentwicklung mithilfe eines erfolgreichen Durchlebens von Ablösephasen (insbesondere Trotzalter und Adoleszenz) kann dies zugunsten einer gesunden Autonomie überwunden werden.

Die gesunde Autonomie beinhaltet sowohl die bewusste Bezogenheit auf andere Menschen (Wir-Bewusstheit) als auch auf höhere, übermenschliche Kräfte (Schöpfungs-, auch Gottesbewusstsein oder ähnliche Begriffe).

Mit anderen Worten: die bewusst gelebte Einordnung unseres Selbst in einen größeren, mit unserem begrenzten menschlichen Verstand nicht erfahrbaren Zusammenhang. Oder auch die Akzeptanz von mystischen Dimensionen der menschlichen bzw. aller Existenz (true surrender).

In unserer westlichen Kultur sind die diesen Prozess in alten Kulturen begleitenden Übergangsrituale leider verlorengegangen.

Die gute Nachricht ist, dass ein entsprechender Nachreifungsprozess durch angeleitete Rituale –  im Schamanismus Initiationen genannt – angestoßen und begleitet werden kann.